Blind to the obvious

Kensch das Gfüehl, we du öpis lehrsch und uf z’mau denksch “Wiso hani je denkt dasses anders isch?”. I beziehs ize nid uf irgend e (längwiligi) Mathufgab sondern über Grundlegendes wome (eigentlich) ir Schueu nid lehrt. D Red isch vore Vertiefsarbeit woni ha gmacht füre Abschluss vom ABU Unterricht. Es het sich drbi ume Partnerarbeit ghandelt u mir heis letst Donsti mitere Präsentation abgschlosse. Wasmer aber währendem Usarbeite vo dere Arbeit glehrt hei, werdemer (oder emu sicher ig) nie vergässse.

Mir hei z’ Thema Sehbehinderige gno. E Mönsch gilt us sehbehinderet, wener e Visus het wo 0.3 oder chliner isch. Und das mit Korrektur i Form vore Brille oder Kontaktlinse. Das bedütet, we ig (agnomme i gseh perfekt) öpis vore Entfernig vo 100m cha erkenne, erkennts die Person miteme Visus vo 0.3 ersch ab 30m Entfernig. Abeme Visus vo 0.02 giut e Person us blind.

Iz fragsch di villech, werum mi das Thema so interessiert het, dassi sogar e Arbeit drüber ha  gschribe. De Grund isch, dassi i mim Freiwilligeisatz in Vietnam öpis gseh ha womer extrem igfahre isch. Nebe de Chinder hets o blindi, erwachseni Mönsche i dem Waisehus gha. Und die hei ihre ganz Tag sitzend ufeme Bänkli verbracht, wüu si schüsch nüd gha hei wo si hei chöne mache. Ihri einzigi Beschäftigung isch gsi, dass si am Namittag mängisch anderi Lüt hei chöne massiere. I weiss, dass die Blinde i dem Waisehus si, wüu sie vo de eigete Familie verstosse si worde. I het gern mit dene sehbehinderte Lüt gredt und mit ihne Zit verbracht, leider het d’Sprachbarriere mir da e Strich durch d’ Rächnig gmacht.

I ha mit de Vertiefigsarbeit weue usefinde, was es ir Schwiz für Möglichkeite git für die blindi/sehbehinderte Persone.

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Ky Quang Pagoda Orphanage Ho Chi Minh City, Vietnam
Und ner heimer afa recherchiere. Agfange het aues bire Lehrerin are Blindeschuel. Vo ihre wüssemer, dass die blinde Chinder ir Schueu je einisch ir Wuche O&M Training hei. O&M steit für Orientierig & Mobilität. Die Lehrerin geit auso denn immer mit ihrne Schüeler i di “öffentlichi Welt”. D’Chinder lehre so selbständig z’reise. Zum Bispiu lehre sie düre Bahnhof z loufe währendem sie sich nur mit ihrem Ghör (z.B. o mit Echolokalisatione) orientiere. D’Schüeler merke bim Loufe dür d’Bahnhofunterfüehrige o, bi welem Gleis sie grat si. Sie merkes o usem Grund, dass es bi de Gleis jeweils e chline Luftstoss git wo si uf de Hut gspüre (Weri das dir jemaus ufgfaue?).  Ig seuber hanimi scho geng gfragt, woher di blinde Persone wüsse, wo sie sich grat befinde u wie dass sie geng d’Markierige finde. Iz weissis – sie lehres bereits ir Blindeschuel.

Ner heimer e sehbehinderte Schüeler kenneglehrt. Er isch de wo mir würklich “d’ouge göffnet” het. Er het üs verzeut, dass er früecher ir normale Regelschuel oft ghänslet isch worde wege ihmse Sehbehinderig. Er het haut eifach nüd chöne vorlese oder vor Tafele  erkennt gha. Das isch anschinend scho Grund gnue für öper z’mobbe.. De Schüeler het üs aber öpis glehrt, wome ir Schuel seuber nie lehrt – obwous doch so wichtig wär. Er het üs zeigt, dass es sooo bedütigsvoll isch, sich seuber zu akzeptiere/liebe. Wüu o sini Sehbehinderig isch öpis wo genau si Charakter usmacht. Ohni sini Sehbehinderig würdener ni so stark u seubstbewusst ufträte winers ize macht. Die Ussag vo ihm het mi sehr beidruckt.

Ner heimer e Studentin troffe. Sie isch blind u het e Nebejob im (Dunku)Restaurant blindeKuh. Sie het üs bewisse, dassme o us blindi Person mit beidne Bei voll und ganz im Lebe cha stah. Sie cha ihrem Troum nachegah u das Studiere wosi scho geng het weue.

Zum Schluss heimer wider e Lehrer vo de Blindeschuel troffe. Er isch seuber blind. Es isch ame Sprengunfau ir RS passiert woner 20 jährig isch gsi. Woni das ghört ha, bini soo gschockt gsi. Eigentlich heti er z’Bougschäft vo ihmse Vater seue übernäh.. das isch aber ner undenkbar gsi. Stattdesse heter z’Lehrerseminar gmacht u d’Jazzschule absolviert. Er verbreitet ize mit ihmse Musik – winer seuber seit – wortlosi Gschichte. Er isch so fröhlich u ufgsteut gsi, vo dem chönte mir üs aui e Schibe abschnide.

Aui di verschidene Persönlichkeite – woni ha dörfe kennelerne – hei ei Wunsch:

Sie aui möchte d’Gseuschaft für z’Thema Sehbehinderige sensibilisiere. D’Lüt seue sich bewusst si, dass hinder de sehbehinderte Mönsche genau so spannendi Persönlichkeite stecke und sie nid nur uf die Sehbehinderig reduziere. Und genau das ischmer bewusst worde. Ob mit oder ohni Ougeliecht: Jede Mönsch isch genau glich. Mit Wünsch, Hoffnige u Sehnsücht. Und hinder jedem sehbehinderte Mönsch stecke viel spannendi Gschichte. Ir Schwiz hei si – im Gegesatz zu Vietnam – o z’Glück ihri Tröim chöne uszlebe.

 

 

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